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Politischer und medialer Gegenwind für Erneuerbare Energien

Eingetragen am 21.11.2012

Preisanpassung der Naturstrom AG zum 01.01.2013

Das politische Bekenntnis zur Energiewende nach dem Atomunglück von Fukushima war offensichtlich nur eine halbherzige Reaktion auf den öffentlichen Druck. Die Chancen eines nachhaltigen Energiekonzeptes, das die Entwicklung der Erneuerbaren Energien ins Zentrum stellt, haben viele der Akteure bis heute nicht erkannt. Nur so ist zu erklären, dass sich die aktuelle Diskussion fast ausschließlich um die Kosten der Energiewende und ihr Tempo dreht. Klar ist: Auch beim Ausbau der Erneuerbaren Energien dürfen wir die Kosten nicht aus den Augen verlieren. Eine Verzögerung der Energiewende käme uns jedoch noch deutlich teurer: Denn die Erneuerbaren Energien schaffen Arbeitsplätze und fördern die regionale Wertschöpfung, senken die Strom-Großhandelspreise und vermeiden milliardenschwere Umweltschäden.

Die Stromkosten steigen seit zehn Jahren kontinuierlich an. Dabei geht der absolute Großteil der Erhöhungen nicht auf den Ausbau der Erneuerbaren Energien zurück, sondern auf steigende Netznutzungsentgelte, steigende Preise für konventionell erzeugten Strom sowie staatliche Abgaben und Steuern.

Zum Jahreswechsel werden sich die Kosten für Strom erneut erhöhen. Ist der Ausbau der Erneuerbaren Energien nun alleine für die aktuell steigenden Strompreise verantwortlich, wie es viele Medien suggerieren?
Diese Frage lässt sich mit einem klaren Nein beantworten.

Der Preisanstieg beruht auf mehreren Faktoren: Sowohl die Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG-Umlage) als auch die Netzentgelte und Steuern steigen. Ein zentraler Kostentreiber sind dabei die von der Regierung geschaffenen weitreichenden Privilegien für die Industrie. Die Zeche für diese Ausnahme-regelungen zahlen Privathaushalte und kleine Unternehmen. Das beiliegende Infoblatt stellt Ihnen die Änderungen der verschiedenen Kosten übersichtlich dar.

Die Kosten, aber leider nicht der Nutzen des Ausbaus der Erneuerbaren Energien in Deutschland, werden über die EEG-Umlage auf alle Bürger umgelegt. Diese Umlage steigt zum 01.01.2013 von 3,592 Cent/kWh auf 5,277 Cent/kWh, also um etwa 1,69 Cent/kWh netto an.

Einer der Hauptgründe für den Anstieg: Gerade Großunternehmen mit hohem Stromverbrauch sind von den EEG-Zahlungen fast vollständig befreit. Da die Bundesregierung die Voraussetzungen für eine weitestgehende Befreiung von der EEG-Umlage 2013 weiter gesenkt hat, kommen künftig noch mehr Großunternehmen in den Genuss, Strom zu beziehen und kaum EEG-Umlage zahlen zu müssen. Das erhöht die Kosten für alle anderen.
Industrielle Großverbraucher profitieren mehrfach, einmal von der Ausnahmeregelung bezüglich der EEG-Umlage und ein weiteres Mal von den sinkenden Börsenpreisen. Hier hören aber die Privilegien noch nicht auf: Unternehmen, die besonders viel Strom verbrauchen, können sich von einem Großteil der Netzentgelte befreien lassen. Auch hier müssen wieder besonders private Verbraucher einspringen und die Kosten tragen. Hinzu kommt die sogenannte Entschädigungs-Umlage für Offshore-Windenergie. Mit dieser sollen statt des zuständigen Netzbetreibers künftig die Verbraucher haften, wenn sich die Netzanbindung von Offshore-Anlagen verzögert. Eine weitere Regelung, die fast ausschließlich den großen Energiekonzernen zugutekommt. Zudem erhöhen die Netzbetreiber ihre Netznutzungsentgelte zum Jahreswechsel um voraussichtlich etwa acht Prozent. Insgesamt werden die Netzentgelte so zum 01.01.2013 um circa 0,75 Cent/kWh netto steigen.

Ein weiterer Grund wirkt erst einmal widersprüchlich: Der Ausbau der Erneuerbaren Energien senkt die Strompreise an der Strombörse deutlich. Im Gegenzug steigt jedoch die EEG-Umlage. Der Hintergrund: Die Umlage deckt die Differenz zwischen der gesetzlich vorgeschriebenen Vergütung aus dem EEG-System für die Erzeuger und dem Handelswert des erzeugten Stromes. Je mehr Ökostrom an der Strombörse gehandelt wird, desto mehr sinkt dort der Strompreis. Dies aber hat zur Folge, dass die Differenz zwischen fester EEG-Vergütung und Strompreis steigt und damit die EEG-Umlage. Die Erneuerbaren sind quasi Opfer ihres eigenen Erfolges.

Der Ausbau der Erneuerbaren Energien macht also anders als öffentlich suggeriert nur einen Teil der Strompreiserhöhung aus, ein großer Teil entsteht durch Sonderregelungen für Industrie und Netzbetreiber sowie die Mehrwertsteuer, die proportional zum Strompreis steigt und den Staat kräftig am Ausbau der Erneuerbaren Energien mitverdienen lässt. Alleine durch den Anstieg von EEG-Umlage und Netzentgelten fließen 0,46 Cent/kWh mehr in die Staatskasse. Hier wären entsprechende Gesetzesänderungen dringend nötig.
Die beschriebenen deutlichen Kostenerhöhungen zwingen auch uns, 2013 Ihren Tarif zu erhöhen.1 Anders als die meisten Marktteilnehmer reichen wir die Einsparungen in unserem Stromeinkauf aus Erneuerbaren Energien jedoch vollständig weiter. Diese wirken sich kostendämpfend aus.

Der Tarif ‘naturstrom’ ändert sich ab dem 01.01.2013 wie folgt:
Neuer Arbeitspreis (Ct/kWh): 25,75 brutto (21,64 netto)
Der Grundpreis beträgt weiterhin unverändert 7,95 Euro/Monat brutto (6,68 Euro/Monat netto).

Wir hoffen auf Ihr Verständnis und darauf, auch in Zeiten des politischen und medialen Gegenwindes die Energiewende gemeinsam vorantreiben zu können. Bei Fragen ist unser Kundenservice gerne für Sie da.
Kundenservice-Center: 0211- 77900- 300

Quelle: Naturstrom AG

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